Gefangen im Netz!

Gestern Abend, gerade kurz bever wir ins Bett gingen, sahen wir ein rot-gruen blinkendes Licht an uns vorueberziehen, nur wenige Meter neben dem Schiff. Wir leuchteten es an in der Annahme, dass es ein Fischer sei, der vorbeirudert. Aber es war nur eine blinkende Boje. Langsam entfernte sie sich mit der Stroemung flussaufwaerts. Wenige spaeter ein Gerausch am Schiffsrumpf. Nun war es klar, das war die Markierung des Endes eines Netzes. Fabelhaft. Der Blick auf die Ankerkette bestaetigte das; ein Netz fuehrte beidseitig an der Kette vorbei. Das Blinklicht blieb natuerlich auch stationaer, in einem Abstand von 50 Metern hinter dem Schiff, dazwischen noch Schwimmkoerper.
Nun, was will man machen. Nichts vorerst und hoffen, dass bei drehender Stroemung das Ganze sich von selbst wieder loest, so wie es gekommen ist.
Um 4.30 schauen wir nach, das Blinklicht ist immer noch da, einfach etwas naeher und wir haben uns natuerlich gedreht. Ohje, wenn wir uns da nur nicht eingedreht haben.
Ein erster Versuch, am Netz zu ziehen und das Ende rumzubekommen, scheitert klaeglich, zu stark zieht die Stroemung. Also warten, bis es hell wird.
Weil wir jetzt aber wach sind, schreiben wir doch mal das Ganze auf. Und in dem Moment hoeren wir Stimmen und ein Motorgeraeusch. Die Fischer sind da! Ein Senegalese, mit dem wir uns auf Franzoesisch verstaendigen koennen und sein Fischerfreund, ein Gambier. Sie haben ihr Netz eingeholt und am Ende den dicken September-Fisch darin gefunden.
Nach wenigen Befreiungsversuchen schlagen sie vor, das Netz einfach durchzuschneiden und es dann abzuwickeln. Gesagt, getan. Und schon sind wir wieder frei.
Allerdings bleibt die Frage, ob etwas haengen geblieben ist in den Schrauben. Und zur Klaerung dieser Frage muessen wir ins Wasser! Ich frage noch, ob es hier Krokodile habe. Sie verneinen, diese seien in den Seitenarmen.
Tipp fuer andere Segler: die Fischer hatten uns zwar gesehen, bevor sie das Treibnetz losliessen, dachten aber, wir laegen in einem Seitenarm. Also besser in eine Parkbucht, also einen Seitenarm reinfahren. Es liegt sich nicht nur meist ruhiger, sondern offenbar auch sicherer vor Fischereigeschirr.
Nun warten wir den Sonnenaufgang ab, damit wir dann tauchen gehen koennen. Mittlerweile hat die Skipperin einen Teig zubereitet, so dass der Sonntag mit frischem Brot beginnen kann. Auch nicht schlecht.

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