Janjanbureh

Wir sind am Endpunkt unserer Gambia River-Reise angekommen. Wir waren am 14. Oktober 1999 schon mal hier, koennen uns aber an nichts erinnern. Macht nichts. Weiter geht nicht, da eine Hochspannungleitung Seglern mit unserer Masthoehe (20m)empfiehlt, nicht weiter zu segeln.
Der Ort liegt auf einer Insel, McCarthy Island, und ist nur auf einer Seite mit einer Bruecke verbunden. Auf der anderen Seite, da wo wir liegen, verbinden zwei Faehren die Ufer. Eine kleine nur fuer Passagiere, die andere mit einem Fassungsvermoegen von zwei Minibussen oder einem Lastwagen plus natuerlich Leuten und Vieh und allem, was man sich erdenken kann. Die Faehre ist wichtig und entsprechend herrscht von fruehmorgens bis spaetabends Dauerbetrieb. Die immer wechselnde Geraeuschkulisse aus Schreien, Rufen, Motorenaufheulen und Tierlauten zusammen mit dem, was es zu sehen gibt, macht den Ort interessant und abwechslungsreich. Nachts kehrt dann aber totale Ruhe ein.
Abwechslung brauchen wir aber eigentlich nicht, da wir ein volles Programm haben. Der Grund liegt im Wasser: da wir in recht gut aussehendem Frischwasser liegen, nutzen wir das fuer allerlei Waschaktionen. Alles, was voller Salz und Saharastaub ist wird gewaessert und in die sengende Sonne gehaengt. Obwohl wir ja noch im Winter sind, sind fuer in ein paar Tagen Tageshoechstwerte von 41 Grad angesagt. Fuer heute ‚mildere‘ 36 Grad. Auch in der Nacht faellt hier das Thermometer nicht unter 20 Grad – draussen. Im Schiff hatten wir um 2 Uhr nachts noch 26 Grad und fruehmorgens 24. Hoffentlich koennen sich unsere Leserinnen und Leser durch diese Zeilen etwas Waerme ins sibirisch-kalte Europa holen.
Gestern haben wir einen Abstecher an Land gemacht, sind vorher noch einige Lodges am Wasser mit dem Dingi abgefahren. An Land dann beim grossen Anleger festgemacht und im Annex zur Baolong Lodge ein Bierchen genossen und dann im Ort rumgelaufen. Hier intensiver als andernorts begleitet von Kindern und jungen Maennern, die entweder mit dem Standard-Set an Fragen (what’s your name? Where do you come from?) oder einem Begleitservice aufwarten. Der Begleitservice haftet gut und es ist schwierig, hier einmal alleine rumzulaufen. Macht man allerdings deutlich, dass man jetzt mal alleine sein will, ist man es dann doch. Die von Martina erwaehnte Bar gibt es hier nicht, evtl. heisst sie aber auch Baobab oder Baobalong. Sowas gibt es hier. Wir haben dann aber bei zwei Frauen gegessen, die etwas lokaler waren und nicht so auf Touristen aus und haben dort je eine Lastwagenfahrerportion Huhn mit Spaghetti und Salat gegessen. Vorher hat uns Modu, unser Begleiter, zum ehemaligen Sklavensammelort gebracht, in dem uns der dort Verantwortliche im unterirdischen Teil, der fuer die renitenten Sklaven (wie Kunta Kinte) gedacht war, die schreckliche Geschichte und alles drum und dran ueber den Sklavenhandel hier erzaehlte. Solcherlei ist immer wieder bedrueckend, vor allem wenn man es von den mausarmen Nachfahren erzahelt bekommt. Von diesem Sammelort aus wurden die Sklaven dann weiter an die grossen Verschiffungsorte, wie die Ile Gore vor Dakar gebracht, wo sie dann die Reise ueber den Ozean antraten.
Heute Morgen Marktbesuch und Einkauf. Ausser Bananen gibt es keinerlei Fruechte. Gemuese schon mehr und auch Fisch. Brot natuerlich, das in Gambia uebrigens Baguette-aehnlich ist und (uns) wirklich schmeckt. Im Vergleich zu Banjul uebrigens nochmals deutlich tiefere Preise. Fuer die volle Tasche haben wir kaum etwas ausgegeben.
Gestern und vorgestern hatten wir versucht, Bilder von unterwegs auf die Website zu schicken. Das ist leider nicht geglueckt, obwohl wir auf dem Fluss immer etwas Internetzugang haben. Aber eben nicht ausreichend, wie es scheint. Nun versuchen wir ein paar Bilder nach diesen Zeilen hochzuschicken. Vielleicht klappt es diesmal. Zu sehen gibt es ja genug!

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