Medellín

Cali haben wir verlassen, ohne uns in die Stadt zu verlieben. Das wäre aber der Anspruch der Caleños. Sie sollen sehr offen und liebenswürdig sein, vor allem die Frauen. Und hübsch. Das ist uns alles nicht sooo sehr aufgefallen, was auch daran liegt, dass alle anderen Orte uns diesbezüglich auch gefallen haben. Partynudeln sollen sie auch sein, ist immerhin die Salsahauptstadt der Welt. Aber wie schon erwähnt, haben wir nicht die beste Tagekombination für unseren Besuch erwischt.
Also sind wir nach 4 Nächten in Cali mit dem Bus weiter in Richtung Medellín. Damit wir nicht über Nacht ohne etwas vom Land zu sehen fahren mussten, haben wir einen Zwischenhalt in Manizales eingelegt. Wieder über 2000 müM gelegen, klebt diese recht spezielle Stadt im Herzen des kolumbianischen Kaffeeanbaugebietes an den vielen, oft nebligen Steilhängen inmitten von viel Grün. Frieren war wieder mal angesagt mit Glühweintrinken. Und viel Regen. Die Fahrt dahin aber lohnend und die Eindrücke dieser quirligen Studentenstadt (10 Universitäten) auch. Neben Kaffee können die da auch noch viel anders. U.A. boomt das Callcenter-Geschäft hier. Und wahrscheinlich halten sie noch irgend einen Rekord für die steilsten Strassen, verrückt!
Auch die Fahrt von Manizales nach Medellín ist sehr eindrücklich. Wir konnten zwar irgendwie nicht verstehen, wieso der Bus für die 132 km Luftlinie 6 Stunden brauchen soll. Aber da die direktere Strasse täglich für ein paar Stunden gesperrt ist – wohl wegen Bauarbeiten – fuhr der Bus sehr kurvenreich durch herrlichste Berglandschaft und Unmengen an Kaffee und Bananen. Es ging wieder hoch hinauf und schliesslich wurde die ganze Fahrt durch sehr viele Baustellen auch auf dieser Route verlangsamt. Einmal wäre die Fahrt und vielleicht noch mehr fast ganz zu Ende gewesen. Während eines Überholmanövers hinter einem Lastwagen her – wir liessen endlich den Schweinetransporter und vor allem seinen Duft hinter uns – krachte es plötzlich fürchterlich und die Windschutzscheibe auf der Beifahrerseite war total zertrümmert. Dank Sicherheitsglas blieb es aber beim engmaschigen Spinnennetz und einem Schrecken. Vom vor uns fahrenden Lastwagen war wohl ein grosser Ast direkt oder vom Luftzug losgebrochen und auf unser Fahrzeug geknallt. Der Fahrer blieb ruhig auf der linken Seite, verlangsamte und liess den Schweinetransporter wieder rechts vorbeiziehen. Uff, Glück gehabt.
Nun also Medellín. Deutlich grösser als die drittgrösste Stadt Cali. Mit Umgebung leben hier ca 4 Mio Menschen. Und da die Stadt in Nord-Süd-Richtung eine Ebene bedeckt und an beiden Rändern sich Berge erheben, sieht man recht viel von der Stadt. Auch ‚dank‘ der sehr vielen Hochhäuser, die aus den sonst recht flach gebauten restlichen Gebäuden hervorstechen. Wie alle anderen grösseren Städte Kolumbiens, ist auch Medellín in den letzten Jahren rasant gewachsen. Grund ist die immense Landflucht während des Bürgerkrieges. Aber anscheinend hat es hier auch anfangs des 20. Jahrhunderts einen starken Boom dank des Kaffeeanbaus und anderer Aktivitäten gegeben. Bis dahin sei Medellín eher ein unbedeutender Ort gewesen.
Heute ist es eine interessante Stadt, die eine Menge zu bieten hat. Wen es interessiert, kann das auf entsprechenden Websites nachlesen oder ein paar Fotos bei uns anschauen.
Wie geplant, haben wir uns nun auch Salsastunden gegönnt. Die Leute sollen an den Touristen ja nicht nur Geld verdienen, sondern sich auch noch an ihnen amüsieren können. Es sei an dieser Stelle für nicht Eingeweihte erwähnt, dass wir zwei vor rund 30 Jahren einen Tanzkurs abgebrochen hatten, da sonst unsere Beziehung früh in die Brüche gegangen wäre. Somit ist das Unterfangen schon eine kleine Sensation. Bisher – 4 Stunden – noch ohne nennenswerte Zwischenfälle.

4 Antworten zu “Medellín”

  1. Anonymous sagt:

    P.s. Welche Filme? Wir koennen nur 3 von eurer Reise seit 2016 finden. Keine ueber Kolumbien – Suedamerika. Was machen wir falsch?

    • syseptember@gmail.com sagt:

      Hallo Ihr zwei
      Da macht Ihr nichts falsch. Die Filme werden erst produziert. Es hat, was es hat. Wir haben erst gerade damit begonnen. Aber vielleicht kommen noch welche vom Anfang dazu. Einfach ab und zu reinschauen oder auf Hinweis warten.

  2. Anonymous sagt:

    Hallo meine Lieben! Seltsamerweise ist dieser Beitrag erst gestern erschienen. Wie immer koennen wir es kaum erwarten von euren Abenteuern zu hoeren. So reisen wir immer ein bisschen mit. Klaus und Salsa in einem Satz zu hoeren ist wie T und Tango. Nun werden wir die neuen Bilder und Filme schauen gehen. Nebenbei…: Funktionieren jetzt Umlaute in den Kommentaren? Lieber Gruss und Kuss von C+T!

    • Klaus sagt:

      Umlaute sollten eigentlich klappen. Üöä.
      Ich (Klaus) gehe davon aus, dass T ein Tango-Virtuose ist! Nun, wir haben die letzten Unterrichtsstunden darauf ausgerichtet, etwas eleganter auszusehen und einige Firlefanz-Bewegungen gelernt. Let‘s go dancing!

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