Passage-log Kanaren Kapverden Tag 1

07:00
Wie geplant gings morgens los: aufstehen um 7, Boot klar zum Ablegen machen und dann ging es rueber an die Tankstelle. Wir wollten gleich um 8 die Ersten sein und sind daher schon etwas frueher hin. 07:45
Hat geklappt. Nach dem Tanken genehmigten wir uns gleich dort noch unser Fruehstueck – der Tankwart hat sinnvollerweise auch Broetchen im Angebot. Allerdings wurde der gemuetliche Start abrupt beendet, weil ein Kat auftauchte, der auch gerne tanken wollte. Also nichts wie los. Die Amerikaner wollen auch auf die Kapverden. Wahrscheinlich werden sie schneller als wir sein. 08:45
Es geht los! Wir fahren noch an der Narid vorbei und dafuer ernten wir ein nettes Abschiedswinken.
Wind ist im Hafen noch rel. schwach mit 11 Knoten. Hoffentlich wird es mehr. Noch laufen die Motoren. 09:45
Das Gross ist endlich gesetzt, war ein Krampf, weil draussen sehr hohe Wellen vom starken Wind der Vortage stehen. Der aktuelle Wind ist auch recht stark, staerker als die 15 prognostizierten Knoepfe. Schliesslich steht das Gross im zweiten Reff, damit wir nicht zu luvgierig sind, was so eine Eigenart der Septembe ist, und die Genua ist voll draussen. 12:00
Wir notieren den Log-Stand, damit wir morgen ein schoenes Etmal von 12 bis 12 ausweisen koennen. Wir segeln bei z.T. bis zu 30 Knoten Wind mit ueber 7, oft ueber 8 und manchmal sogar mehr als 9 Knoten. Das fetzt. Wir sind in einer Gruppe von 4 bis 5 anderen Segelbooten, die wohl alle das selbe Ziel haben. 17:20
Nachdem wir nach einer ersten Halse leicht bessere Bedingungen hatten und immer noch sehr schnell segelten, war der Wind ploetzlich weg. Wir hatten mit etwas weniger Wind und vor allem weniger Welle ‚hinter‘ Gran Canaria gerechnet, aber gleich alles weg? Ach nein, die Welle ist natuerlich noch da, der Wind aber fehlt. Das gibt natuerlich ein Geschuettle. Motoren an und weiter geht’s. Die anderen machen’s auch so. 19:30
Der Wind hat wieder zugenommen, kommt jetzt aber genau aus der Richtung, wo wir hinwollen. Also ganz verkehrt, auch im Vergleich mit den Prognosen. Das Funktwetter meldet nun aber in dem Teil variable Winde. Ja, genau so isses. Jetzt aber langsam kommt der Wind aus der Duese zwischen Gran Canaria und Teneriffa zu Hilfe. Ist noch nicht stark genug, aber dafuer wird er langsam achterlich. Hoffnung kommt auf, dass die Motoren bald wieder ruhen duerfen. 19:50
Motoren stopp, Genua wieder voll raus
23:40
Wir reffen die Genua, da wir bei ueber 25 Knoten Wind mit ueber 8 Knoten durch die Nacht rasen. Die Skipperin uebernimmt die Wache.
Stuendlich die Wiederholung einer Warnmeldung: Ein Holzboot mit 70 Menschen drin soll sich irgendwo zwischen der afrikanischen Kueste und Gran Canaria befinden. Aufgebrochen noch im November! Woher wissen die das? Die sind – im besten Fall – irgendwo da draussen! Im wahrscheinlicheren Fall schon lange nicht mehr. Schreckliche Vorstellungen.
Gleich ist Mitternacht. Wir werden ueber 80 Seemeilen seit mittags um 12 zurueckgelegt haben. Nicht schlecht fuer den Anfang.

Eine Antwort zu “Passage-log Kanaren Kapverden Tag 1”

  1. martina sagt:

    14:20 ZRH 5°/14Km/h
    Nach einem Abend mit Sturm und Graupelschauer aktuell blauer Himmel mit Wolken aller Art
    Euer AIS funktioniert perfekt, habe Euch auf dem Radar, Ihr könnt nicht verloren gehen 🙂
    Heute Abend mit Fernweh bei Spaghetti Profumo die Mare mit Eurem Weihnachtsgast.
    Hebbed’s guet und bis bald wieder uf dem Kanal
    Martina

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