Schleichend nach Havanna

Der Segelalltag mit all seinen Aufs und Abs hat uns wieder. Abs durch missliche Segelbedingungen (= weniger als 1kn Zielannaeherungsgeschwindigkeit!), wieder mal ein durchgescheuertes Fall der Selbstwendefock und Aufs durch das Ausbleiben des Negativen. Wir haben uns gestern Abend entschieden, nicht gegenan zu kaempfen, sondern vor Anker die Nacht zu verbringen und auf leichtere Winde am Morgen zu hoffen. Das hat nun geklappt. Damit einher geht natuerlich auch eine glattere See. Und zum Glueck haben wir gerade mal keinen Strom gegen uns. Zudem war uns gestern das Anglerglueck sehr hold; eine Goldmakrele, die mit 5 von 5 Kochhauben ausgezeichnet wird, ging an die Angel. Und der Skipper fuehlte sich dabei zudem noch wie ein Erfolgstrainer im Fussball, der kurz vor Schluss den entscheidenden Wechsel vornimmt und den Joker ins Spiel bringt. Denn ein Koeder, der bisher noch nichts gebracht hatte, aber mit Tippex auf den roten Grund noch eine schoene Zeichnung verpasst bekam, fuehrte zum Erfolg, nachdem zwei andere Koeder – einer davon Thomys ‚Goldjunge‘ – den ganzen Tag ausser Seegras und einen Leinensalat nichts eingebracht hatten. Noch waehrend dem stundenlangen Entwirren der Leinen, mit der neuen Leine zwischen den Zehen, damit ein Anbeissen auch bemerkt wuerde – die anderen Leinen besetzten noch die ‚Alarmanlagen‘ -, ging das rund 2kg-Exemplar an den Haken. Die Franzosen haben immer davon geschwaermt. Auf Franzoesisch uebrigens Dorade Coryphene. Eben haben wir den ersten Teil verputzt – lecker!! Es geht uns also schon wieder besser, die See ist ruhig, wir kommen unter Motor gut voran und haben einen schoenen Blick auf die Nordkueste Kubas mit davorliegenden, tuerkis umspuelten Korallenriffen. Morgen frueh koennten wir in der Marina Hemmingway sein, ca. 20km ausserhalb von Havanna. Dann gilt es nochmals so richtig Bunkern, falls das bei der bescheidenen Versorgungslage hier ueberhaupt moeglich ist.

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