Passage-Log Hawaii – San Francisco, Tag: 25

Mittwoch, 23. September 2020 um 22:12

Datum: 22./23.9.2020
Total NM bisher: 3109
Reststrecke NM ca: 161
Etmal in NM (24h-Distanz) jeweils um 2000 UTC: 122
Wassertemperatur: 19.6
Windgeschwindigkeit: 12kn
Windrichtung: 205
Stroemung: –
Wetter: bedeckt, z.T. neblig
Sichtungen: Wale und Delphine!
Besonderes: Bruch in Vorstagaufhaengung
Bordstimmungswert (1-10): 7
24-Stunden-Fazit: Glueck gehabt.

Kommentar:
Bisher hatten wir ja kaum Defekte oder andere Probleme auf dieser Passage. Nun hat es uns kurz vor Schluss aber (fast) erwischt. Der im Log vom 21. Tag erwaehnte Riss an der Vorstagbefestigung hat nun entgegen den Erwartungen zum Bruch gefuehrt. Ohne die erwaehnten Sicherungen waere wohl der Mast runter gekommen. Also fast worst case. Dank der Sicherungen blieb aber das ganze Zeugs nah am Ursprungsort haengen. Wir haben die Genua eingerollt (sie war recht dicht genommen, daher wohl die hohe Kraft, die den finalen Ausschlag gegeben hat) und auf die Schwerwetterfock gewechselt. Die ist jetzt unser groesstes Vorsegel (wenn man den Blister mal weglaesst), da mit dem Bruch gleich zwei Segel, die Genua und die Selbstwendefock, nicht mehr einsetzbar sind. Dadurch werden wir natuerlich langsamer und schaffen es wohl nicht mehr, zum idealen Zeitpunkt am Golden Gate anzuklopfen. Obwohl: wir machen trotz der kleinen Segelflaeche gut 5kn Fahrt, wohl dank der ruhigen See.
Dann: erstmals wirkliche Sichtungen, Walen und Delphine! Ploetzlich ein seltsames Geraeusch neben dem Schiff und so etwas aehnliches wie ein Fetzen Dampf oder Rauch, der schnell vorbei zieht. Der Blas eines Wals? Tatsaechlich, kurz darauf taucht eine riesige Rueckenpartie neben dem Schiff auf und es prustet wieder aus dem Atemloch. Wahrscheinlich zwei Wale begleiten uns kurz. Spaeter sehen wir sie in einiger Entfernung, dann ploetzlich Delphine hinter uns. Auch diese dann spaeter in der weiteren Umgebung nochmals gesichtet. Da ist ordentlich was los, da draussen. Spaeter, als es schon dunkel war, banden wir nochmals an der Bugspitze eine Sicherung ins lose Rigg. Und genau in dem Moment wieder ein Wal, gleich neben dem Schiff, Rueckenflosse und Gerauesch beim Ausatmen. Einfach so als Begleiterscheinung neben der Arbeit. Toll. Auch wenn diese Momente nur kurz sind, so sind sie doch umso eindruecklicher.
Ach ja, das grosse Tief ist nun wohl hinter uns angekommen, aber wir haben es geschafft, aus seinem unangenehmen Bereich fruehzeitig rauszukommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen