Wir kreuzen unsere Route von vor 11 Monaten – auf dem Weg zu den Islas Las Perlas

Heute Nacht war es soweit: der Kreis hat sich geschlossen. Mitten in einer interessanten Situation. Wir waren bei guten Segelverhaeltnissen umgeben von sehr vielen Grossschiffen, die auf das Verkehrstrennungsgebiet vor dem Panamakanal zuhielten oder von da kamen. Sie fuhren alle auf vorgezeichneten Wegen, welche die empfohlene Fahrtrichtung darstellen, aber noch kein Verkehrstrennungsgebiet sind. Da waren wir also mitten drin und haben wegen unseres Windes den Weg auch in spitzem Winkel gekreuzt, was dazu fuehrte, dass das Ganze viele Stunden dauerte. Eigentlich recht unproblematisch, da man die Grossschifffahrt dank AIS ja immer gut im Blick hat. Zwischendurch warfen wir noch einen Blick auf den Radar, aber eher um Gewitterzellen mit Niederschlag vorherzusehen.
Dann wurden wir dann doch ploetzlich angefunkt: September, September, ohne den eigenen Namen zu nennen. Schliesslich hatten wir Kontakt, der Anrufer teilte uns mit, dass er hinter uns druchfahren werde. Wie bitte? Wo kommt der denn her? Also zuerst mal Blick auf Bildschirm und schauen, ob einer wirklich in unmittelbarer Naehe ist. Nichts. Schliesslich liessen wir uns seine Position geben – der Blick nach draussen war mit den vielen Lichtern all der anderen hin und her fahrenden Schiffe nicht sehr erhellend – mit dem Hinweis, dass wir ihn nicht auf AIS saehen. Da funkte ein anderer Grosser rein und teilte Poseideon mit, sein AIS sei nicht angestellt. Also die anderen Grossen sahen den auch nicht! Wow. Nach einer halben Stunde hatte er das Teil endlich an. Also auch auf dieses Teil Technik ist kein absoluter Verlass – was wir natuerlich schon laenger wussten. Nur kurz vor dem Panamakanal, in einer der am dichtesten befahrenen Strassen? Das haetten wir dann doch nicht gedacht.
Die Punta Mala haben wir uebrigens bei ruhigen Verhaeltnissen hinter uns gelassen. Der Strom fliesst dort sehr stark (mehr als 2kn) aus dem Golf von Panama heraus. Als wir dort waren, floss auch noch das Gezeitenwasser ab. Spaeter drehte das und wir kamen wieder gut voran. Jetzt gerade wieder schlecht, aber in 2-3 Stunden aendert sich das wieder. Kreuzen ist gerade angesagt mit sehr magerem Vorwaertskommen Richtung Ziel. Als Aufheiterung sind wir noch in ein Fischergeraet gefahren und haben es mitgezogen. Durch eine Halse sind wir wieder rausgekommen und wurden frei. Glueck gehabt.
Wir fahren nun wieder knapp an die Grenze des Verkehrstrennungsgebietes, dessen Hoehe wir schon vor Stunden erreicht haben und werden dann wieder wenden – und auf die einsetzende Flut warten, damit es nicht mehr nur ein Zickzack an Ort ist.

3 Antworten zu “Wir kreuzen unsere Route von vor 11 Monaten – auf dem Weg zu den Islas Las Perlas”

  1. m sagt:

    40 more miles to the Canal entry directly into 20kn wind… I guess you are waiting for better conditions. Any chances? Looking forward to see you moving!

  2. m sagt:

    Hallo Elgard and Klaus, noticed you’re ‚back‘ in San José territories… I know, there are many places called San José. — Congrats of closing the circle. It was not this way planned, nevertheless it is a great achievement. Glad you experienced ‚only‘ a near hit, and I hope that others take running vital safety equipment s seriously as you do. Thank you for the wup note. Good prep and favorite conditions for the upcoming Canal passage – m

  3. Thomas H sagt:

    Liebe Semptember-Crew
    Herzlichen Glückwunsch zur Vollendung des Grossen Kreises durch den Pazifik!

Zur Werkzeugleiste springen