Wissen vor 8 – alles ueber Glueck

Wir liegen nun genau an der Stelle, an der wir schon vor etwas mehr als 10 Jahren mit der September gelegen hatten. Bei der einzelnen Palme am suedwestlichen Ende des Los Roques Archipels bei Cayo de Agua. Wir sind heute noch vor dem Mittagessen hierher gefahren, weil der alte Platz mit drehendem und auffrischendem Wind etwas ungemuetlicher wurde. Wir versprachen uns von den beiden Ankerplaetzen bei Cayo de Agua etwas Besserung. Der erste, etwas noerdlichere auf der Karte eingezeichnete Ankerplatz erwies sich als Flopp. Wieder sehr wenig Wasser unter dem Kiel (einmal sogar gar keins mehr) und kein ausreichender Schutz. Also versuchten wir den zweiten eingezeichneten Platz, eben den mit der Palme. In unserer Erinnerung erreichten wir den damals problemlos. Heute mussten wir oft auf Sicht fahren, das heisst, anhand der Wasserfarbe und dem, was man sehen konnte, die Route waehlen. Da das Wasser hier sehr klar ist und wir nur wenige Meter Wassertiefe haben, erkennt man schon sehr viel. Und so sieht man auch, dass es auf dem auf der Karte eingezeichneten Schiffsweg halt ab und zu ein Riff oder eine Sandbank im Weg hat. Der Weg an den aktuellen Ankerplatz war mit solchen Hindernissen gespickt, aber am Schluss erreichten wir eine Art Becken, das viele Meter Tiefe aufwies und ganz hinten, da wo der Schutz gut ist, wieder flach wurde. Hier konnten wir in Sand perfekt ankern und liegen nun trotz Wind um die 25kn schoen ruhig.
Da wir bei der Anfahrt Menschen auf der Insel gesehen hatten, gingen wir nach dem Mittagessen an Land, um zu sehen, ob auf der anderen Seite ein Motorboot zu sehen war. Ein Segler konnte es nicht sein, da haetten wir den Mast gesehen. Die Insel ist ja recht flach. Die waren aber schon weg. Also Schnorcheln am Riff gleich neben dem Schiff. Gar nicht schlecht. Da kann der Bordjaeger morgen nochmals sein Glueck probieren. Heute hat er in einer Stunde zwar viele Schuesse abgegeben, aber keinen Fisch erlegt. Mittagessen hat es trotzdem gegeben.
Wir liegen nun am letzten Ankerplatz, bevor es voraussichtlich am Sonntag Nachmittag los geht zur kurzen Ueberfahrt (90sm) nach Bonaire. Hinter uns liegen nun schon ueber 10 Tage in paradiesischer Umgebung. Mittendrin hatten wir einen kurzen podcast von ein paar Minuten ueber Glueck gesehen. Darin wurde erklaert, was wir alle schon oft erlebt hatten – und wir jetzt eben auch: Auch die Hochgefuehle im Paradies nutzen sich ab. Mitterweile sehen wir bei jedem Schnorchelausflug die gleichen Fische. Sie sind immer noch sehr schoen anzusehen und produzieren immer noch gute Gefuehle (Dopaminausschuettung), aber die Grenzglueckserfahrung nimmt bei jedem Mal ab, aehnlich dem Grenznutzen bei so vielen anderen Sachen, die uns ja oft im Ueberfluss zur Verfuegung stehen. Das ist natuerlich nicht schlimm, sondern einfach interessant und deckt sich genau mit dem ‚Wissen vor 8‘-podcast von neulich. Drum: so schoen es hier auch ist, wir, als Stadtmenschen, freuen uns auch auf die naechste Erfahrung – Bonaire. Zwar beileibe keine Stadt, aber wieder etwas Zivilisation. Vorher geniessen wir aber noch die restlichen Tage im Paradies, denn das ist es ja nun wirklich – zumindest fuer uns.

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